Montag, 23. November 2009

November 2009: Central America: Woche 4

Hier folgt nun der 4. und letzte Reisebericht von meiner Central America Reise.

Einmal mehr gab es nach meinem 3. Reisebericht viele tolle Reaktionen. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken.

Kurz nachdem ich meinen 3. Bericht abgeschickt hatte, so um 17 Uhr, hat es dann noch noch aufgehört zu regnen. Also verliess ich mein Cottage und spazierte etwas durch das Dorf. Es ist ein witziges Dorf. Einerseits hat es hier viele junge verrücke Surfer und andererseits auch viele pensionierte Amerikaner, die sich Puerto Viejo für ihren Alterswohnsitz ausgesucht haben. Ich habe selber einen pensionierten Kollegen, der hier ein Stück Land gekauft hat und wollte ihn eigentlich hier treffen - doch er hatte seine Reise verschoben. Die Auswahl an Restaurants ist riesig und es fiel mir nicht leicht, mich zu entscheiden. Ich entschied mich dann für ein Restaurant mit Fernseher - findet doch diesen Abend das erste Barrage Spiel zwischen Costa Rica und Urugay für die Fussball WM statt, welches Costa Rica leider 0:1 verlor. Doch deswegen trat in diesem Dorf kein Tumult auf, man nahm es recht gelassen.

Da der Wetterbericht auch für die nächsten Tage nicht so toll war, entschied ich mich am nächsten Tag, weiter zu fahren. Ein erster Bus sollte mich an die Grenze zu Panama bringen. Tatsächlich erreichten wir nach etwa 1 1/2 Stunden und vielen Stops die Grenze. Hier hiess es auszusteigen und den Weg selb er zu finden. Der Grenzübertritt war aber sehr unkompliziert. Nach nur einer Minute hatte ich meinen Ausreisestempel und wurde zu Fuss über eine Eisenbrücke mit ein paar Brettern als Fahrweg geschickt. Dort ging die Einreise nach Panama ebenso problemlos. Wie so oft gab mein beinahe voller Pass mit den sehr farbigen Einträgen von Afrika Anlass zu einem kurzen Schwatz mit dem Beamten. Dann wurde ich von zahlreichen Taxifahrern angehauen für eine Weiterfahrt. Doch ich wollte eigentlich mit dem Bus weiter fahren. Doch weit und breit war nicht einmal ein Chicken-Bus zu sehen. Also machte ich mich einmal zu Fuss auf den Weg. Nach nicht langer Zeit passierte mich dann ein Sammeltaxi und brachte mich für 1.20 UDS zum Busterminal im nächsten Dorf. Dort wartete ein eher kleiner Bus bereits auf die Fahrt nach David. Nach einem kleinen Imbiss ging die Reise los. Immmer mehr Leute stiegen zu und es wurde immer enger! Nachdem die Reise anfangs noch entlang der Karibikküste verlief, ging es dann über die Berge quer durch Panama. Obwohl die Strasse auf den meisten Karten nicht einmal eingezeichnet ist, war sie noch ganz akzeptabel, mindestens dort wo sie nicht von Bergrutschen mitgenommen wurde. Auch hier war ich der einzige "Gringo" (=Ausländer) im Bus und konnte mein Spanisch anwenden. Das ging mittlerweile schon recht gut. In David am Busterminal musste ich mich dann wieder orientieren. Es war noch nicht ganz dunkel, also machte ich mich zu Fuss auf die Suche nach einer Unterkunft. Auch hier hat sich wieder gezeigt, wie gut es ist, "leicht" zu reisen. Mit meinem Rucksack hatte ich stets freie Hände für den Stadtplan in meinem Reiseführer. Ich fand dann auch eine recht ansprechende Unterkunft in einem Mittelklass Hotel für nur 30 USD. Für das Abendessen wählte ich für einmal einen Tipp aus dem Reiseführer, welcher sich als gut herausgestellt hat.

Der nächste Tag stand wieder im Zeichen einer Busfahrt. Es galt noch meine letzte grösssere Busfahrt nach Panama City zu bewältigen, immerhin über 400 km. Dafür gab es mindestens anständige Busse, die nicht an jeder Strassenecke hielten. Die Reise nahm den ganze Tag in Anspruch. Panama City ist eine grosse Stadt ohne eigentliches Zentrum. Also musste ich mich bei der Auswahl der Unterkunft auf ein Quartier festlegen. Die Unterkünfte dort waren nicht so toll oder teuer. Da es mittlerweile schon dunkel war, habe ich mich dann für irgendeine Pension entschieden. Die war so schlecht doch nicht.

Für den nächsten Tag stand nochmals ein Highlight auf dem Programm. Ich wollte mit dem Zug entlang des Panama Canals nach Colon an der Karibikküste fahren. Dieser verlässt Panama City bereits um 7.15. Also war ich schon um 6.45 am Bahnhof, um mir mein Ticket zu besorgen. Leider gab es dort keine Verpflegungsmöglichkeiten, doch diese sollte sich später trotzdem, dass ich kein Frühstück hatte, als nicht so schlimm herausstellen. Der Zug war sehr schön und hatte sogar einen Panorama Wagen, wo ich mich natürlich hinsetzte. Zu meiner Überraschung wurde dann sogar ein Desayuno (Frühstück) serviert. Auf der Fahrt selber habe ich dann aber nicht ganz soviel gesehen, wie ich erwartet hatte. Insbesondere war nicht so viel Schiffsverkehr um diese Zeit. Aber die Seenlandschaft (der grösste Teil des Kanals besteht aus natürlichen Seen) war sehr schön. Nur zu schnell sind wir dann in Colon angekommen. Diese Stadt wurde im Reiseführer als sehr gefährlich beschrieben. Mit einem Franzosen zusammen nahm ich dann ein Taxi zu den nahegelegenen Schleusen. Da war gerade Betrieb und so war es entsprechend interessant. Wir zwei waren die einzigen Besucher und wurde überhaupt nicht auf Waffen oder Bomben untersucht, wenn wir das Gelände betraten. Dies ist recht erstaunlich - waren wir doch nur Meter von einem grossen Tanker entfernt und hätten den problemlos sprengen und auch die ganze Anlage zerstören können. Die Führung vor Ort war sehr interessant. Erst jetzt weiss ich, warum es überhaupt Schleusen braucht für diesen Kanal, verbindet er doch zwei Weltmeere mit der Höhe 0. Doch die Süsswasser Seen, die den grössten Teil des Kanals ausmachen, liegen eben höher als das Meer! Schon bei der Wahl des Taxis habe ich gespürt, wie der Franzose extrem misstrauisch und vorsichtig war. Später hat er mir dann auch erzählt, warum. Er wurde in Managua von einer älteren Frau vom Bus in ein Taxi gelockt und dort auf brutalste Weise bedroht und ausgeraubt. Dabei hat er praktisch alles verloren und mittels PIN Code wurden auch seine Kreditkarten geplündert. Oooops - und ich war doch auch in Managua. Mir wurde es schon etwas mulmig, als ich das hörte.

Mit diesem Tag hatte ich eigentlich meine "Mission" erfüllt. Ich habe es ohne Zwischenfälle geschafft, die etwa 3000 km von Belize nach Panama mit dem Bus zu bewältigen. Gemäss meinem Plan wären jetzt noch 2 Tage in Kolumbinen vorgesehen gewesen. Doch ich habe mich dann dagegen entschieden und beschlossen, bereits am Mittwoch statt am Samstag meine Heimreise anzutreten. Irgendwie hatte ich genug vom unbeständigen Wetter, vom allein Reisen und ich wollte das Schicksal auch nicht zu stark herausfordern, ist doch Kolumbien auch ein sehr gefährliches Land. Doch erst am Mittwochmorgen erhielt ich von unserem Staff Travel Büro überhaupt die Info, dass ich trotz der übervollen Flieger für meinen Flug von Miami nach ZRH umgebucht werden konnte. Also stieg ich in einen Bus zum Flughafen, der etwa 30 km ausserhalb der Stadt lag. Da konnte ich Central America nochmals hautnah erleben. Für die 30 km brauchte der Bus ca. 2 Stunden und er hat sicher etwa 200 mal angehalten! Es gab zwar mehrere Flüge von Panama nach Miami, doch für den von mir vorgesehenen wurde es immer knapper. Endlich am Flughafen angekommen wurde ich dann schon auf den nächsten Flug verwiesen und sollte in einer langen Reihe anstehen. Doch ich fragte einfach jemand andern und schwupps hatte ich einen Boarding Pass für den Flug, den Panama eine halbe Stunde später verliess. So einfach kann Standby Reisen sein: Am Morgen wusste ich noch nicht, dass ich überhaupt an diesem Tag nach Hause fliege und ein paar Stunden später war ich schon im Flugzeug. Nach einem schönen Flug erreichte ich Miami und versuchte mich so weit es ging, wieder in einigermassen gepflegte Kleidung umzuziehen. Dann ging es ans Business Check-In, wo bereits einen Sitz und einen Voucher für die Lounge bekam. Nach ein paar Stunden in der Lounge ging es dann in den Airbus von Swiss und entsprechend gepflegt nach Hause.

So endete also meine ungewöhnliche Reise etwas vorzeitig, was aber für mich ok ist. So konnte ich mich zuhause wieder etwas zurechtfinden, bevor ich nun am Montag wieder zur Arbeit gebe. Ich hoffe, ich konnte euch mit meiner Berichterstattung etwas in die Welt von Central America versetzen. Es war eine tolle Reise mit vielen Erlebnissen. Aber ich bin auch gerne wieder nach Hause gekommen und habe mich unheimlich gefeut, Jonah wieder gesund und unbeschadet in den Armen zu haben.

Sonntag, 15. November 2009

November 2009: Central America: Woche 3


Da melde ich nun wieder mit einem weiteren Bericht von meiner Reise. Er wird wohl diesmal etwas kürzer ausfallen, denn einerseits schreibe ich ihn von meinem I-Phone aus, also mit Touch Screen, und andererseits verlief diese Woche weniger spektakulär als die vorangehenden. Als ich mich das letzte Mal gemeldet habe, war ich ja gerade in San Juan del Sur / Nicaragua angekommen. Nach ausgiebiger Körperpflege und einer angenehmen Nacht in meinem Apartement habe ich am nächsten Tag das ehemalig kleine Fischerdorf am Pacific ausgekundschaftet. Es war ein ganz anderes "Publikum" als bei meiner bisherigen Reise im Dorf - viele Amerikaner, für die es ein billiger Badeort für ein paar Tage Ferien ist. Entsprechend gibt es auch viele schöne Restaurants und Strandbars. Für mich besonders beeindruckend war aber die schützende Jesus Figur aud einem Felsen auf der einen Seite der Bucht, ganz ähnlich wie Corcovado in Rio. Also machte ich mich am Nachmiitag auf, auf diesen Felsen zu steigen. Eine Beschilderung gibt es natürlich nicht, also marschierte ich nach Gefühl um dann nach einer Weile festzustellen, dass ich wohl nicht auf dem richtigen Weg bin. Aber die lokalen Leute haben mich dann wieder auf den richtigen Weg gebracht. Es ging ziemlich steil bergauf! Doch die ausgezeichnete Sicht über mehrere Buchten hat die Anstrengung gelohnt. Leute gab es oben keine - ausser einem Pärchen, wobei sie Bernerin war! Am Abend habe ich dann den schönen Sonnenuntergang von einer Strandbar hinter einem kühlen Cerveza verbracht - gefolgt von einem Abendessen und 2-3 weiteren Getränken. Bereits in der Nacht hatte ich etwas Husten, doch am Morgen, als ich bereits für meine Weiterreise gepackt hatte, bekam ich einen derart starken Reizhusten und fühlte mich plötzlich schwach, dass ich kurzerhand beschloss, nicht weiter zu gehen. Dies war ein guter Entscheid, war ich doch den ganzen Tag im Bett und habe geschlafen. Auch der Appetit war verschwunden und Durchfall setzte ein. War das die Schweinegrippe oder gar Dengue Fieber? Am nächsten Tag ging es mir aber schon einiges besser und ich beschloss, weiter zu fahren. Dies zuerst um 8 Uhr morgens mit einem sogenannten "Chicken" Bus, einem uralten amerikanischen Schoolbus. Nach einer Stunde Fahrt erreichte ich gerade noch den intl Bus nach San José. Dieser war dann komfortabler. Der Grenzübertritt nach Costa Rica war sehr langwierig, eine Stunde für die Ausreise und nach ein paar Meter Fahrt eine weitere Stunde für die Einreise. So wurde es nach 17 Uhr, als wir in San José ankamen. Nach einer weiteren Stunde hatte ich dann endlich eine Unterkunft, wenn auch nicht mit dem gewünschten Komfort (kein eigenes Bad). Dies zu ändern war dann aber das erste Ziel am nächsten Morgen. Dies war auch gut so, denn das Wetter war nicht besonders gut und v.a.recht kühl. Da das Wetter in San José sowieso nicht gut war, fuhr ich dann am nächsten Tag weiter nach Puerto Viejo. Es kann ja nur noch besser und wärmer werden??? Denkste! Schon auf dem Weg durch z.T. tiefem Regenwald regnete es weiter. Auch heute Samstag regnet es seit 10 Uhr ununterbrochen. So sitze ich den ganzen Tag auf dem Balkon meines Cottages und relaxe. Wie ihr seht, war das nicht so eine tolle Woche wie zuvor - aber das gehört halt auch dazu. Ich werde jetzt schauen, was ich mit der letzten Woche noch mache . .

Euch zuhause wünsche ich euch eine gute Zeit und viel "gfreuts"

Samstag, 7. November 2009

November 2009: Central America: Woche 2

Zuerst einmal herzlichen Dank fuer die zahlreichen Antworten auf mein Mail vor einer Woche. Wenn man allein unterwegs ist, freuen einem Reaktionen aus dem persoenlichen Umfeld besonders.

Seit meinem Bericht vor etwas mehr als einer Woche bin ich ziemlich viel weiter gekommen. Zuerst habe ich wie geplant einen Ausflug auf dem Lago Atitlan zu den umliegenden Doerfern gemacht. Dabei konnte ich das typische Guatemalaische Leben auf den Maerkten beobachten. Leider hat es dann auf dem Rueckweg auf dem offenen See zu regnen begonnen. Zurueck in Panajachel habe ich mich am Abend mit 2 Deutschen getroffen, die auch auf dem Schiff waren. Es gab ganz interessante Diskussionen mit einem Augenarzt und einem Polizist! Den naechsten Tag habe ich dann weiter dort genossen, allerdings fing es schon bald zu regnen an. Ich habe dann auch ein Bus Ticket bis nach San Salvador gekauft, allerdings mit einem weiteren Zwischenstop in Antigua, da ich Guatemala City umgehen wollte. In Antigua bin ich dann bei
stroemenden Regen in Dunkelheit angekommen und musste mit Sack und Pack auf Hotelsuche gehen. Meine ersten Versuche scheiterten, da die Hotels voll waren. Doch irgend einmal hat es dann schon noch geklappt.

Am naechsten Tag ging es dann weiter mit dem Shuttle Bus nach Guatemala City. Dort sollte mich der Shuttlefahrer beim Tica Bus Terminal abladen und mir auch ein Ticket fuer die Weiterfahrt geben. Doch leider hat das Reisebuero den Bus nicht reserviert und er war schon voll. Also wurde ich an ein anderes Busterminal gebracht. Dort hat es dann geklappt, allerdings
mit einem Bus mit nur Locals. Doch die 5 Stunden Fahrt nach San Salvador waren super. Ich war mitten in einer 3 Generationen Familie. Sofort habe ich dank meinen Ballonen Kontakt gefunden, besonders zu den Kindern. Es war eine ganz kurzweilige Fahrt und wir haben sehr viel gelacht. Der Grenzuebertritt verlief problemlos mit der Unterstuetzung der Mitfahrer. Irgendwie haben mich die Leute in El Salvador gleich fasziniert. Deshalb entschied ich mich auch noch einen weiteren Tag in San Salvador der Hauptstadt zu bleiben und mich einfach etwas treiben zu lassen.

Die Weiterfahrt Richtung Sueden fing frueh am Morgen an. Bereits um 4.25 liess ich mich wecken und um 4.45 kam wie vereinbart das Taxi um mich an die Busstation zu bringen. Dort hatte es gluecklicherweise noch Platz im Bus, ja er war sogar nur etwa einen Drittel voll. Es sollte ein langer Tag werden, doch mein Platz im Bus haette besser nicht sein koennen. Es waren
wieder nur Locals im Bus. Von El Salvador reisten wir nach Honduras ein und durchquerten dieses angeblich gefaehrliche Land waehrend ein paar Stunden, bevor wir die Grenze nach Nigaragua erreichten. Als wir in Managua ankamen war es bereits nach 17 Uhr und begann schon bald einzudunkeln. Das Hotel gemaess Reisefuehrer war ersten nicht schoen und
zweitens voll. Also liess ich mich vom Taxifahrer irgendwohin bringen. Das Hotel ist erst seit ein paar Monaten offen und deshalb von den Taxifahrern abhaengig, aber ich war sehr zufrienden damit. Auch in Nigaragua musste ich zuerst einmal "ankommen", also entschied ich mi ch fuer einen Tag in der Stadt. Alleine zog ich zu Fuss los. Die Stadt ist nicht besonders schoen. Erst am Ufer des Sees gefiel es mir. Also entschloss ich mich dort zu einem Drink und setzte mich zu einem andern Alleinreisenden hin. Auch dieser entpuppte sich als ein Deutscher und interessanter Gespraechspartner. So wurde eine Bierflasche nach der andern geleert und dann gingen wir noch zusammen essen.

Mein naechstes Reiseziel war die Insel Ometepe - die groesste Insel auf einem Suesswassersee der Welt, bestehend aus zwei Vulkanen und viel sumpfiger Urwald. Dazu musste ich zuerste einen sogenannten Chickenbus nehmen. Ich hatte Glueck und Pech. Glueck weil er gerade losfuhr und der Taxifahrer in einholte und anhielt, Pech weil es keinen Sitzplatz mehr hatte! Doch auch diese etwa 1 1/2 Stunden habe ich problemlos ueberstanden. Nach einem weiteren Transfer mit dem Taxi ging es auf die etwa 1 stuendige Ueberfahrt auf die Insel. Dabei lernte ich einen Italiener kennen, der dort auf der Insel ein Restaurant hat. Er gab mir auch eine Unterkunft von einem Freund an, doch diese entpuppte sich doch als etwas sehr "basic". Also ging ich am naechsten Tag weiter zu einer andern Unterkunft, die mir Mitreisende angegeben haben. Auf der Insel gibt es etwa 2 mal pro Tag einen Bus, der sich mit ca. 20 km/h bewegt. Ganze Baustaemme werden in den Passagierraum geladen und an jeder Ecke gehalten. Nach dem ich das Hotel gewechselt hatte ging es zu Fuss und mit viel Moskitomittel auf Erkundungstour. Dabei lernte ich zwei etwa 30 jaehrige Frauen kennen und eine begleitete mich zu einem Pool mitten im Urwald - eine der Attraktionen auf der Insel. Es war ziemlich weit zu laufen und zum Teil ziemlich schlamig. Aber wir hatten gute Diskussionen in Spanisch und ein Englisch und ich erfuhr viel ueber das Land, da sie sehr gebildet ist. Der Pool war dann wirklich super und die Muehe des hinkommens wert. Die beiden Frauen haben mich dann noch bei ihnen zuhause zum Abendessen eingeladen. In der Zwichenzeit wollte ich aber noch ins Hotel zurueck.
Leider hat es schon bei zurueckgehen einzudunkeln begonnen und es wurde immer schwieriger die Wasserpfuetzen auszumachen. Umso schlimmer war es dann wieder zum zurueck gehen. Ich habe es beinahe bereut, diese Einladung angenommen zu haben! Doch irgendwie geht es immer und ich hatte ja eine kleine Taschenlampe dabei. Zum Essen gab es dann! "Sauna-Fisch", fuer meinen Geschmack haette der Fisch aber etwas laenger "Sauna" haben muessen! Die Verabschiedung verlief dann sehr herzlich - haben wir doch je neue Freunde gefunden.
Nicht zu erwaehnen brache ich wohl, dass es auf Ometepe kein Internet gab. So kommt halt mein Reisebericht einen Tag spaeter (Sonntag).

Nach der Insel Ometepe wollte ich eigentlich weiter nach Costa Rica. Aber irgendwie mach ich Nigaragua noch nicht verlassen, nicht zuletzt auch gemaess Berichten von meinen Mitreisenden. Also habe ich mich entschlossen noch an die Pazifkkueste zu fahren. So bin ich heute am fruehen Nachmittag in San Juan del Sur eingetroffen. Es ist ein Riesenkontrast zu Ometepe. Ein Surfer Badeort in einer sehr idyllischen Bucht gelegen. Aber auch hier hat es mir auf Anhieb sehr gut gefallen, so dass ich noch nicht weiss, wie lange ich bleibe. Hier goenne ich mir auch etwas Luxus und habe mir ein kleines Appartement genommen.

Soweit also der (Kurz-)Bericht von Woche 2. In meiner Erinnerung ist noch weit mehr - es ist trotz nicht immer Sonnenschein eine ueberaus interessante und spannende Reise. Hoffentlich geht es weiter so.


Sonntag, 1. November 2009

Oktober 2009 Central America: Woche 1

Nun habe ich eine Woche meiner Reise durch Zentralamerika hinter mir. Es ist Freitagabend, der 30. Oktober und vor ein paar Stunden bin ich hier am Lago (See) Atitlan angekommen. Es ist ein angenehmer Ort da es infolge Tourismus eine ziemlich gute Infrastruktur hat. Ich habe ein schoenes Hotel gefunden mit eigenem Bad (hier in Guatemala keine Selbstverstaendlichkeit) fuer nur 14 CHF. Morgen gehe ich wahrscheinlich mit dem Schiff die umliegenden Doerfer besuchen.

Die Gegend hier ist sehr traditionell Indio und erinnert mich von den Leuten etwas an das Hochland von Peru. Die Frauen tragen schoene gewobene Gewaender und verkaufen auch viel Kunsthandwerk. Es ist ein farbenfrohes Bild! Gestartet bin ich ja in Miami, wo ich die erste Nacht verbracht habe. Den Abend verbrachte ich mit 2 kubanischen Freunden, die in unserer Gruppe bei der Chinareise waren. Sie haben mich in ein kubanisches Lokal ausgefuehrt und es war schoen, das latinische Temperament das erste Mal zu spueren. Am naechsten Tag ging es weiter nach Belize City. Die Leute dort sind sehr dunkelhaeutig. Ich fuhr gleich weiter mit dem Schiff auf die Insel Caye Caulker. Der Ort ist sehr klein und meist nur von Backpackers besucht. Am naechsten Tag bin ich abgetaucht. Bei 2 langen Tauchgaengen und einer Schnorchelgang habe ich wunderschoene verschiedenartige Korallen und viele grosse Fische gesehen. Selten habe ich zuvor ein einem Tauchgang Haie, Sting Rays, Barracudas und Turtles gesehen. Es war fantastisch und wir waren nur zu dritt, was das Tauchen angenehmer macht.

Am naechsten Tag ging es dann schon wieder weiter nach Flores/ Guatemala. Die Reise erfolgte in einem komfortablen Bus mit nur Backpackers und dauerte ca. 5 Stunden. Gautemala machte auf mich schon an der Grenze einen guten Eindruck. Die Leute sind sehr freundlich. Flores ist wunderschoen gelegen, es ist praktisch eine Halbinsel in einem See und zu Fuss gut erschlossen. Mein Zimmer hatte Seesicht. Von Flores ging es am naechsten Tag sehr frueh (4.30) auf einen Tagesausflug nach Tikal, die sehr beruehmte Maya Tempelstadt mitten im Dschungel. Wir waren auch eine Gruppe von Backpackers und hatten einen Fuehrer. Die Tempelanlage ist wirklich sehenswert, auch wenn man schon andere Tempel in Mexiko gesehen hat.Noch am gleichen Abend ging dann die Reise mit einem Nachtbus weiter nach Guatemala City und dann gleich weiter nach Antigua, der ehemaligen Hauptstadt von Guatemala. Durch ein Erdbeben wurden grosse Teile dieser Stadt zerstoert und heute findet man nur mehr ein oder zweistoeckige Haeuser. Die Strassen sind alle aus Steinen gebaut und rechteckig angelegt. Ich genoss es in den Strassen zu flanieren. Antigua hat sehr viele Spanisch Sprachschulen. Trotz einer Nacht im Bus fuehlte ich mich genug fit, schon am Nachmittag auf eine weitere Tour zu gehen. Der noch aktive Vulkan Pacaya war das Ziel. In einer Gruppe von 6 Leuten ging es mit dem Minibus etwa 1 1/2 Stunden wieder eher Richtung Guatemala City. Am Fusse des Vulkans standen Pferde bereit. Die 3 Girls in unserer Gruppe waehlten diesen bequemeren Weg. Ich und die zwei Chicos entschieden uns fuer den Aufstieg. Begleitet wurden wir von einem lokalen Fuehrer, der nur spanisch sprach. Meine zwei Begleiter legten ein horrendes Tempo vor, bei dem ich Muehe hatte zu folgen. Hinter mir war immer ein kleiner Junge mit einem Pferd ohne Reiter und "jagte"mich zusaetzlich. Dabei fragte er mich immer wenn es besonders steil war: "Amigo, Caballio?" Doch ich blieb hart, habe ich doch nicht vergebens den ganzen Sommer gejoggt! Die Aussicht am Berg war fantastisch, man sah perfekte konische Vulkane. Der Marsch war zuerst im Wald, dann im Lava Sand und am Schluss auf Lava Steinen. Es wurde immer waermer vom Boden her und am Schluss mussten auch die Reiter zu Fuss gehen. Von weitem sahen wir schon die gluehende Lava.Am Schluss waren wir ca. 5 m vom Austritt aus der Erde entfernt und sahen die gluehende Lava den Berg hinunter fliessen. Ein unvergesslicher Anblick! Es roch von verbranntem Gummi von unsern Schuhen. Mittlerweile dunkelte es ein und die Glut sah noch intensiver orange aus. Nun folgte ein Abstieg von etwa einer Stunde in Dunkelheit. So gegen 9 Uhr erreichten wir Antigua wieder. Ja und heute um 13.30 fuhr ich nach Panajachel, wo ich mich jetzt befinde.

Leider konnte ich mein Spanisch noch nicht so stark vertiefen - ich hatte irgendwie nie Zeit. Anderseits ist ein dichtes Programm natuerlich gut, wenn man alleine reist. So ist immer etwas los.Ich bin ueber Yahoo Messenger und Skype auch immer mit Jonah in Kontakt. Das iPhone leistet da hervorragende Dienste und fast in jedem Hostel hat es Wireless Internet. So kann ich mit dem iPhone online gehen. Das Skype funktioniert mit dem iPhone so gut, dass man kostenlos von Guatemala nach den Philippinen telefoniern kann - fantastisch!

So viel von meiner ersten Reisewoche. Ich wuensche euch ein schoenes Wochenende.