Samstag, 7. November 2009

November 2009: Central America: Woche 2

Zuerst einmal herzlichen Dank fuer die zahlreichen Antworten auf mein Mail vor einer Woche. Wenn man allein unterwegs ist, freuen einem Reaktionen aus dem persoenlichen Umfeld besonders.

Seit meinem Bericht vor etwas mehr als einer Woche bin ich ziemlich viel weiter gekommen. Zuerst habe ich wie geplant einen Ausflug auf dem Lago Atitlan zu den umliegenden Doerfern gemacht. Dabei konnte ich das typische Guatemalaische Leben auf den Maerkten beobachten. Leider hat es dann auf dem Rueckweg auf dem offenen See zu regnen begonnen. Zurueck in Panajachel habe ich mich am Abend mit 2 Deutschen getroffen, die auch auf dem Schiff waren. Es gab ganz interessante Diskussionen mit einem Augenarzt und einem Polizist! Den naechsten Tag habe ich dann weiter dort genossen, allerdings fing es schon bald zu regnen an. Ich habe dann auch ein Bus Ticket bis nach San Salvador gekauft, allerdings mit einem weiteren Zwischenstop in Antigua, da ich Guatemala City umgehen wollte. In Antigua bin ich dann bei
stroemenden Regen in Dunkelheit angekommen und musste mit Sack und Pack auf Hotelsuche gehen. Meine ersten Versuche scheiterten, da die Hotels voll waren. Doch irgend einmal hat es dann schon noch geklappt.

Am naechsten Tag ging es dann weiter mit dem Shuttle Bus nach Guatemala City. Dort sollte mich der Shuttlefahrer beim Tica Bus Terminal abladen und mir auch ein Ticket fuer die Weiterfahrt geben. Doch leider hat das Reisebuero den Bus nicht reserviert und er war schon voll. Also wurde ich an ein anderes Busterminal gebracht. Dort hat es dann geklappt, allerdings
mit einem Bus mit nur Locals. Doch die 5 Stunden Fahrt nach San Salvador waren super. Ich war mitten in einer 3 Generationen Familie. Sofort habe ich dank meinen Ballonen Kontakt gefunden, besonders zu den Kindern. Es war eine ganz kurzweilige Fahrt und wir haben sehr viel gelacht. Der Grenzuebertritt verlief problemlos mit der Unterstuetzung der Mitfahrer. Irgendwie haben mich die Leute in El Salvador gleich fasziniert. Deshalb entschied ich mich auch noch einen weiteren Tag in San Salvador der Hauptstadt zu bleiben und mich einfach etwas treiben zu lassen.

Die Weiterfahrt Richtung Sueden fing frueh am Morgen an. Bereits um 4.25 liess ich mich wecken und um 4.45 kam wie vereinbart das Taxi um mich an die Busstation zu bringen. Dort hatte es gluecklicherweise noch Platz im Bus, ja er war sogar nur etwa einen Drittel voll. Es sollte ein langer Tag werden, doch mein Platz im Bus haette besser nicht sein koennen. Es waren
wieder nur Locals im Bus. Von El Salvador reisten wir nach Honduras ein und durchquerten dieses angeblich gefaehrliche Land waehrend ein paar Stunden, bevor wir die Grenze nach Nigaragua erreichten. Als wir in Managua ankamen war es bereits nach 17 Uhr und begann schon bald einzudunkeln. Das Hotel gemaess Reisefuehrer war ersten nicht schoen und
zweitens voll. Also liess ich mich vom Taxifahrer irgendwohin bringen. Das Hotel ist erst seit ein paar Monaten offen und deshalb von den Taxifahrern abhaengig, aber ich war sehr zufrienden damit. Auch in Nigaragua musste ich zuerst einmal "ankommen", also entschied ich mi ch fuer einen Tag in der Stadt. Alleine zog ich zu Fuss los. Die Stadt ist nicht besonders schoen. Erst am Ufer des Sees gefiel es mir. Also entschloss ich mich dort zu einem Drink und setzte mich zu einem andern Alleinreisenden hin. Auch dieser entpuppte sich als ein Deutscher und interessanter Gespraechspartner. So wurde eine Bierflasche nach der andern geleert und dann gingen wir noch zusammen essen.

Mein naechstes Reiseziel war die Insel Ometepe - die groesste Insel auf einem Suesswassersee der Welt, bestehend aus zwei Vulkanen und viel sumpfiger Urwald. Dazu musste ich zuerste einen sogenannten Chickenbus nehmen. Ich hatte Glueck und Pech. Glueck weil er gerade losfuhr und der Taxifahrer in einholte und anhielt, Pech weil es keinen Sitzplatz mehr hatte! Doch auch diese etwa 1 1/2 Stunden habe ich problemlos ueberstanden. Nach einem weiteren Transfer mit dem Taxi ging es auf die etwa 1 stuendige Ueberfahrt auf die Insel. Dabei lernte ich einen Italiener kennen, der dort auf der Insel ein Restaurant hat. Er gab mir auch eine Unterkunft von einem Freund an, doch diese entpuppte sich doch als etwas sehr "basic". Also ging ich am naechsten Tag weiter zu einer andern Unterkunft, die mir Mitreisende angegeben haben. Auf der Insel gibt es etwa 2 mal pro Tag einen Bus, der sich mit ca. 20 km/h bewegt. Ganze Baustaemme werden in den Passagierraum geladen und an jeder Ecke gehalten. Nach dem ich das Hotel gewechselt hatte ging es zu Fuss und mit viel Moskitomittel auf Erkundungstour. Dabei lernte ich zwei etwa 30 jaehrige Frauen kennen und eine begleitete mich zu einem Pool mitten im Urwald - eine der Attraktionen auf der Insel. Es war ziemlich weit zu laufen und zum Teil ziemlich schlamig. Aber wir hatten gute Diskussionen in Spanisch und ein Englisch und ich erfuhr viel ueber das Land, da sie sehr gebildet ist. Der Pool war dann wirklich super und die Muehe des hinkommens wert. Die beiden Frauen haben mich dann noch bei ihnen zuhause zum Abendessen eingeladen. In der Zwichenzeit wollte ich aber noch ins Hotel zurueck.
Leider hat es schon bei zurueckgehen einzudunkeln begonnen und es wurde immer schwieriger die Wasserpfuetzen auszumachen. Umso schlimmer war es dann wieder zum zurueck gehen. Ich habe es beinahe bereut, diese Einladung angenommen zu haben! Doch irgendwie geht es immer und ich hatte ja eine kleine Taschenlampe dabei. Zum Essen gab es dann! "Sauna-Fisch", fuer meinen Geschmack haette der Fisch aber etwas laenger "Sauna" haben muessen! Die Verabschiedung verlief dann sehr herzlich - haben wir doch je neue Freunde gefunden.
Nicht zu erwaehnen brache ich wohl, dass es auf Ometepe kein Internet gab. So kommt halt mein Reisebericht einen Tag spaeter (Sonntag).

Nach der Insel Ometepe wollte ich eigentlich weiter nach Costa Rica. Aber irgendwie mach ich Nigaragua noch nicht verlassen, nicht zuletzt auch gemaess Berichten von meinen Mitreisenden. Also habe ich mich entschlossen noch an die Pazifkkueste zu fahren. So bin ich heute am fruehen Nachmittag in San Juan del Sur eingetroffen. Es ist ein Riesenkontrast zu Ometepe. Ein Surfer Badeort in einer sehr idyllischen Bucht gelegen. Aber auch hier hat es mir auf Anhieb sehr gut gefallen, so dass ich noch nicht weiss, wie lange ich bleibe. Hier goenne ich mir auch etwas Luxus und habe mir ein kleines Appartement genommen.

Soweit also der (Kurz-)Bericht von Woche 2. In meiner Erinnerung ist noch weit mehr - es ist trotz nicht immer Sonnenschein eine ueberaus interessante und spannende Reise. Hoffentlich geht es weiter so.


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